Mrz
10
2016

Schneller und präziser mit BIM

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Ein Lager- und Bürogebäude soll für Läden und Restaurants umgebaut werden. Moderne Technologien und BIM erleichtern die aufwändigen Planungsarbeiten. Ein aktuelles Beispiel aus Los Angeles.

Bei komplexen Restaurierungsarbeiten müssen sich Architekten und Planer auf Überraschungen einstellen. Mit Building Information Modeling, kurz BIM, wird der Planungsprozess transparenter und auch die Kosten sind besser zu kalkulieren. Dies spart Zeit und Geld. Im vorgestellten Fall setzte der Auftraggeber von Anfang an auf moderne Technologien mit 3D Lasercannern. Die umfangreiche Sanierungsmaßnahme wurde akribisch geplant und nichts dem Zufall überlassen.

Für den aufwändigen Umbau war es wichtig, Gewissheit über den genauen Zustand und die architektonische Struktur des Gebäudes zu erhalten. Alte Baupläne sind meist nur bedingt aussagekräftig, da diese von Hand vermessen oder aber Modernisierungen nur unzureichend dokumentiert wurden. Um Klarheit zu gewinnen, beauftragte der Bauherr die erfahrenen Vermessungs-Experten von Cannon Corp. in San Luis Obispo, Californien/USA  mit der Gebäudedatenmodellierung. Das Modell gibt Aufschluss darüber, wie neue und alte Wände und Versorgungsleitungen zueinander passen. Ferner liefert es Daten über tragende Wände, Decken und Säulen, Treppenhäuser und die genaue Lage der Wasser-, Heizungs- und Sanitärinstallationen. So lässt sich beispielsweise die bestehende Klimaanlage in den Umbau gezielt einplanen.

Tücke liegt im Detail

Zunächst wurden das Untergeschoss mit 150.000 Quadratmetern, die drei Stockwerke und das Dach ausgebeint. Eigentlich eine ideale Ausgangssituation für die Vermesser, doch die Tücke liegt im Detail. Zum einen entpuppte sich der alte Zementboden als äußerst ungleichmäßig. Teils gab es Vorsprünge und Stufen mit Abweichungen zwischen 0,5 bis 15 Zentimetern. Dazu kamen im gesamten Gebäude eine Reihe unterschiedlich geformter Säulen und Träger.

Keine leichte Aufgabe. Die Ingenieure kombinierten dazu manuelle und automatisierte Techniken. Zunächst setzten sie außerhalb des Gebäudes horizontale und vertikale Kontrollpunkte auf jeder Ebene. Die digitalen Aufnahmen lieferte ein Laserscanner FARO Focus3D X 330. Vom Untergeschoss bis zum Dach entstanden 152 detaillierte Scans in 360 Grad Farbaufnahmen. Die Weiterverarbeitung erfolgte mit der FARO Software SCENE. Schon in dieser frühen Phase wurden die Kontrollpunkte verglichen ehe die Daten zu einer großen Punktewolke zusammengefügt wurden. Danach startete die automatisierte Modellierungsphase über den Workflow mit EdgeWise BIM Suite von ClearEdge3D/Virginia. Diese Daten wurden dann in die Revit Design Software von Autodesk überführt.

Nun halten Bauherr und Architekt ein präzises Modell und exakte Planungsunterlagen für die Restaurierung in den Händen. Sie profitieren zudem von einer Zeitersparnis bis zu 40 Prozent gegenüber herkömmlichen Verfahren. Dem renommierten Vermessungs-Magazin „The American Surveyor“ war diese außergewöhnliche und umfangreiche Arbeit ein mehrseitiger Artikel in seiner Februar-Ausgabe Wert.SCENE5-3_ImageOverlay_Apartment_alternative_140603_ob

Software SCENE: Effiziente Bearbeitung von Laserscanprojekten. Z.B. lassen sich Scans und CAD-Pläne verknüpfen.

Foto: FARO_SCENE_before_after

Jan
29
2016

FARO Scanner Freestyle3D – das Produkt des Jahres 2015

Hardwar of 2015Kaum auf dem Markt räumt der handgeführte FARO Scanner Freestyle3Dab und holt den Preis „Hardware Product of 2015“.

Am 19. November 2015 war es soweit: Im Hotel Russell in London wurde im Rahmen der Construction Computing Awards der Preis „Hardware Product of 2015“ verliehen. Bereits zum zehnten Mal standen hier Technologien, Werkzeuge und Lösungen im Mittelpunkt, die für Effizienz in Design, Bau, Instandhaltung und Modifizierung von Gewerbe-, Wohnbau- und Bauingenieursprojekte sorgen.

„In diesem Jahr gab es starke Mitbewerber. Deshalb sind wir besonders stolz, dass der FARO Freestyle3D den Preis geholt hat. Diese prestigeträchtige Anerkennung spiegelt das fantastische Feedback unserer Anwender wider“, freut sich David Southam, 3D Documentation Regional Manager Europe North bei FARO Technologies UK Ltd.

Der neue FARO Scanner Freestyle3D basiert auf moderner Scantechnologie, die eine verbesserte Scangenauigkeit von 1 Millimeter im Bereich von 1 Meter bietet. Das NIST-rückführbare Kalibrierzubehör bietet Anwendern nachprüfbare Datengenauigkeit – was sowohl in der Gerichtsmedizin als auch in anderen hoch regulierten Bereichen eine entscheidende Rolle spielt. Die vor Ort gewonnenen Kalibrierdaten können im PDF-Format ausgegeben werden, sodass der Informationsaustausch mit weiteren Teammitgliedern erleichtert wird.

Ein automatischer Blitz sorgt dafür, dass Anwender Objekte selbst bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen problemlos scannen können. Neue Softwarewerkzeuge bieten eine hochgradig detaillierte Visualisierung der erstellten Punktewolke, ein integrierter Best-Point-Filter erhöht die Qualität der Scandaten, indem das Rauschen um bis zu 35 Prozent reduziert wird. Zudem wurden die Funktionen zur Nachbearbeitung verbessert, sodass die Schreibgeschwindigkeit von Daten um das Fünffache erhöht und damit die Produktivität vor Ort gesteigert werden konnte.

Der Freestyle3De kann als Einzelgerät oder – ganz Teamplayer – zusammen mit den FARO Focus3D X Laserscannern eingesetzt werden. Daten von Punktewolken aller Geräte werden nahtlos eingebunden – auch in Graustufen.

Jan
21
2016

Kunst und Laser

Sensorium – Kunst, entstanden unter den Händen der Künstlerin Tracy Hill mit dem FARO Laser Scanner Focus3D X 130.

Gegensätze ziehen sich bekanntermaßen an. Zu einer erstaunlichen Symbiose zwischen High-Tech Laserscanner und Kunstbetrieb fanden der FARO Laser Scanner Focus3D X 130 und die britische Künstlerin Tracy Hill zusammen.

Die FARO Laserscanner haben wir bereits in sehr unterschiedlichen Einsatzbereichen gesehen – aber der aktuelle Anlass ist doch äußerst verblüffend. Die britische Künstlerin Tracy Hill, Szenekennern bekannt für ihre unkonventionellen Methoden, erschuf mit dem Focus fantasievolle Kunstwerke.

Die bildende Künstlerin steht auch für „wandernde Reisen“, von denen sie immer wieder interessante Ansätze und erstaunliche Inputs mitbringt. Bei ihrer Arbeit an der University of Lancashire lernte sie den Focus kennen und war Feuer und Flamme. Die hohe Mobilität und die einfache Bedienbarkeit überzeugten sie auf Anhieb, dazu noch das integrierte GPS. Damit hatte sie einen treuen Wegbegleiter, der auf Entfernungen bis 130 Meter präzise Scans liefert – zudem können fotorealistische 3D Scans parallaxenfrei erfasst werden.

In der experimentellen Phase streifte Hill durch die historische Moorlandschaft von Chat Moss im Nordwesten Englands und erstellte digitale Daten – das Projekt „Sensorium“ nahm seinen Lauf. Ein besonderer Reiz bildet die Kombination aktueller Messtechnologie mit traditioneller Handarbeit. So entstand unter den Händen der Künstlerin eine ganz eigene Ästhetik oder eine „re-imaged Perspektive von Räumen“, wie es Tracy Hill nennt – eine neue Sichtweise auf den Raum.

Sensorium – Kunst, entstanden unter den Händen der Künstlerin Tracy Hill mit dem FARO Laser Scanner Focus3D X 130. Abbildungen: Tracy Hill/FARO

Sensorium – Kunst, entstanden unter den Händen der Künstlerin Tracy Hill mit dem FARO Laser Scanner Focus3D X 130. Abbildungen: Tracy Hill/FARO

Die Vergänglichkeit der Moorlandschaft zeigt sich in der temporären Installation „Sensorium“. Die Zeichnungen trug Hill direkt mit Kohle auf die Wände auf. Das Kunstwerk wurde nicht fixiert, ist also der Veränderung preisgegeben und wird irgendwann ganz verschwinden.

Tracy Hill studierte an der Bournville School of Art  und an der Sheffield University  Bildende Kunst. Sie arbeitet an der University of Central Lancashire. Zurzeit befasst sie sich vor allem mit Drucktechnik und verbindet diese mit Acryl- und Digitaltechnologien – auch das eine fantasievolle Verbindung.

Dez
17
2015

Mythos und Wirklichkeit: Moderne Ermittlungsmethoden hautnah erleben

Was ist dran an den Fernsehhelden und Ermittlungsmethoden aus „Criminal Minds“, „Bones“ oder „CSY: NY“? Moderne Tatortuntersuchung sieht oft ganz anders aus – die echten Polizeikommissare zeigen wie.

FARO Focus3D X 330 Mit Vorurteilen und Mythen zur polizeilichen Ermittlungsarbeit räumt das „Myrtle Beach Police Department“ auf und lässt sich bei seiner Arbeit über die Schulter blicken. In der sogenannten „Citizens Police Academy“ zeigen die Officer wie moderne Verbrechensuntersuchung funktioniert und präsentieren sich ganz Bürgernah. Besonders spannend für die Teilnehmer schon deshalb, weil im Revier seit kurzem ein digitaler Laserscanner die Ermittlungen unterstützt: Der FARO Focus3D X 330 – einer von zwei Laserscannern, der für die US Polizei im Einsatz ist. Ein Fernsehteam der WMBF News  war mit von der Partie.

Am konkreten Muster-Tatort zeigten zwei Kommissare wie Spurensicherung tatsächlich funktioniert. Ganz wichtig: Die ersten Schritte am Tatort. Bevor erste Beweisstücke bewegt oder entfernt werden dürfen, muss das Geschehen genau dokumentiert werden. Bisher vor allem mit Fotografien – nun auch mit einem Laserscanner FARO Focus3D. Unbestechlich und objektiv nimmt das Gerät die gesamte Szene in 3D auf und liefert 1:1 Abbildungen vom Tatort. Die digitalen Visualisierungen können im Nachhinein für die kriminaltechnische Untersuchung verwendet werden – ganz bequem vom Schreibtisch aus und gleichzeitig an mehreren Arbeitsplätzen.

In einem nächsten Schritt beginnt die Spurensuche, bei der die Ermittler jedes erdenkbare Beweisstück sichern: Fingerabdrücke, Schmauchspuren, DNA, Schuhabdrücke, Telefone und Laptops. Alles in allem akribische Kleinstarbeit, die später digital erfasst und dokumentiert wird. Bei dieser Form der Datensammlung kommen etwa bei einem Mordfall schon einmal an die 100 Gigabyte zusammen, berichten die erfahrenen Officer bei der „Citizens Police Academy“ . Alleine schon das Herunterladen der Daten von Mobiltelefonen kann Stunden oder auch Tage beanspruchen und erfordert akribisches Vorgehen. Denn die Beweisstücke können im Zweifelsfall über Schuld oder Unschuld von Verdächtigen entscheiden. Hier punkten die modernen Laserscan-Technologien ebenfalls: Die Daten stehen dauerhaft zur Verfügung und können auch bei späteren Ermittlungen, etwa wenn der Fall neu aufgerollt wird, uneingeschränkt wieder verwendet werden.

 

Nov
26
2015

Zuwachs in der X-Serie

Pünktlich im Jubiläumsjahr „10 Jahre Laserscanning@FARO“ erhält die Laser Scanner Focus3D X-Serie

FARO Focus3D X 30

FARO Focus3D X 30

Zuwachs: Der „Neue“ hat eine Reichweite von 0,6 bis zu 30 Metern, ist auf schnelle und genaue Messung von Innenräumen und Fassaden getrimmt und bietet ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.

Schon auf den ersten Blick ist dem neuen Laserscanner die Verwandtschaft zu seinen Kollegen aus der X-Serie anzusehen. Er ist jedoch noch kompakter und besonders schnell, da auf eine zeitintensive Bilddatenerfassung konsequent verzichtet wird. Diese Vorteile spielt er beim Erfassen kleinerer Gebäudefassaden und komplexer Strukturen, Tatorte sowie Produktions- und Versorgungsanlagen aus. Damit empfiehlt er sich für Scananwendungen in den Bereichen Erhaltung, Restaurierung, Bestandsdokumentation, Objektmanagement und Forensik.

Der X 30 ist damit das perfekte Einstiegsmodell in die 3D Laserscan-Technologie. Seine Stärke ist die schnelle, einfache und präzise Messung komplexer Projekte bei kurzer Reichweite. Das neue Modell verbindet hochpräzise Scantechnologie mit höchstmöglicher Mobilität und Bedienungsfreundlichkeit. Dazu bietet es Zuverlässigkeit, Flexibilität und Echtzeitansichten von erfassten Daten. Wie das gesamte Sortiment der FARO Laserscanner ist auch der Focus3D X 30 mit einem „augensicheren“ Klasse-1-Laser ausgestattet; die Distanzgenauigkeit liegt bei 2 Millimetern.

Mit der Einführung des Focus3D X 30 bietet FARO seinen Kunden nun die Wahl zwischen dem Laser Scanner für geringe Reichweiten (30 m), dem Focus3D X 130 für mittlere Reichweiten (130 m) und dem Focus3D X 330 für große Reichweiten (330 m).

Shadows cast under construction frame roof beams --- Image by © Vladimir Godnik/fstop/Corbis

Komplexe Projekte mit geringer Reichweite erfasst der FARO Laser Scanner FOCUS3D X 30 präzise und schnell. Image by © Vladimir Godnik/fstop/Corbis

Nov
06
2015

Nur kurze Zeit im Trockendock

Eng, heiß und feucht war es beim Vermessen zweier großer Fischerboote in Thailand. Kein Problem für den mobilen Laserscanner FARO Focus3D, der die Aufgabe in rekordverdächtiger Zeit meisterte.

Die Meereskolosse wurden zu Modernisierungsarbeiten an der Schiffsschraube ins Trockendock gebracht. Für die Besitzer bedeutete dies eine kostenintensive Phase, da während der Liegezeit kein Geld mit den Schiffen verdient werden kann. Um die anspruchsvollen Messarbeiten möglichst zügig abzuschließen, wählten die Laserscan-Experten der SDM Company den mobilen und portablen Laserscanner von FARO aus.

Der Focus3D ermöglichte eine schnelle und zuverlässige Dokumentation der Schiffskorpusse mit seinen Antriebsschrauben. In nur zweieinhalb Stunden nahmen die zwei Experten zwölf Einstellungen vor und erhielten 250 Millionen Messpunkte. Trotz der starken Sonneneinstrahlung lieferte die dreidimensionale Messung hochpräzise Abbilder des Rumpfes, die mit der passenden Software problemlos am Computer weiter verarbeitet und ausgewertet werden konnten.

Und während die hochpräzisen Aufnahmen von den Experten analysiert und für die Entwicklung neuer Schiffsantriebsschrauben eingesetzt werden, ziehen die zwei Fischerboote in den Provinzen Samut Songkhram und Trang bereits wieder ihre Runden.

Okt
09
2015

Kunstflug unterm Kirchendach

Einen einzigartigen virtuellen Rundflug bietet die evangelische Kirche St. Marien Osnabrück: Die 650 Jahre Kirche wurde mit modernen 3D Laserscannern erfasst und ein digitales Modell erstellt. Dieses steht jetzt Besuchern aus aller Welt rund um die Uhr offen.

Virtuell begehbar: Die St.-Marien-Kirche Osnabrück. Fassade und Innenraum wurde mit dem Laserscanner Focus3D von FARO detailliert erfasst.

Virtuell begehbar: Die St.-Marien-Kirche Osnabrück. Fassade und Innenraum wurde mit dem Laserscanner Focus3D von FARO detailliert erfasst.

Egal ob aus der Vogelperspektive oder von unten, von außen oder von innen: Das dreidimensionale Modell der Kirche bietet absolute Transparenz. Die Basis für die faszinierenden 3D-Rundgänge und 360°-Rundumsichten liefern Daten, die mit dem mobilen FARO Laserscanner Focus3D erfasst wurden.

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Laserscanning-Experte Dipl.-Ing. Johannes Rechenbach, Laser Scanning Architecture, aus Hannover, dokumentierte das mittelalterliche Gebäude bis in den kleinsten Winkel. In nur drei Tage wurde das gotische Schmuckstück komplett gescannt. Die präzisen Daten halten den Zustand und die Details der historischen Kirche dauerhaft fest. Ein weiterer Vorteil: Bei künftigen Sanierungen sind alle Maße, Flächen und Volumina schnell aus den vollständig vorliegenden Scandaten ablesbar; ein neues Aufmaß ist nicht erforderlich. Das dreidimensionale Kirchenmodell kann auch herangezogen werden, wenn bei auftretenden Schäden der Originalzustand wiederhergestellt werden soll.

Die Multimediapräsentation zeigt den virtuellen Besuchern bauliche und kirchengeschichtliche Details. Bei verschiedenen Rundgängen können sie die Atmosphäre einer der bedeutendsten Kirchen des 14. Jahrhunderts in Nordwestdeutschland genießen. Sogar vom Turm aus: Hier bietet sich die Aussicht auf den Marktplatz von Osnabrück und die umliegenden Gebäude mit dem imposanten Rathaus.

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Mit der multimedialen Präsentation der St.-Marien-Kirche geht die evangelisch-lutherische Gemeinde in Niedersachsen neue Wege. Die Osnabrücker Kirchengemeinde ist eine der ersten, die Laserscanaufnahmen ihrer Kirche in Auftrag gegeben hat und für die eigene Präsentation verwendet.

Laserscanning und virtuelle Rundgänge bieten öffentlichen Institutionen, Kommunen und Tourismusbetrieben zahlreiche Möglichkeiten, moderne Kommunikationskanäle für sich zu nutzen – und, wie das Osnabrücker Beispiel zeigt, gehen die Einsatzbereiche sogar weit darüber hinaus.

Okt
01
2015

Virtueller Wiederaufbau der Abtei Jumièges

„Jumièges 3D“ lautet der Eintrittscode in die faszinierende Welt der Abtei Jumièges in der Normandie. Die Ruinen des Klosters werden mit moderner Technik zum Leben erweckt und laden die Besucher zum Flanieren ein.

Bisher war in der „Abbaye de Jumièges“ vor allem die Phantasie der Besucher gefragt. Nur Fragmente und Ruinen erinnerten an die glanzvolle Geschichte des einst größten Klosters Frankreichs. Gegründet 654 vom heiligen Philibert wurde es über die Jahrhunderte mehrfach geplündert, niedergebrannt und wiederaufgebaut. Jetzt lässt sich die Pracht der Anlage wieder hautnah erleben – der virtuelle Neustart ist gelungen.

Den Startschuss für das spektakuläre Experiment gab das Department von Seine-Maritime und holte sich erfolgreiche Mitstreiter ins Boot: ART GRAPHIQUE ET PATRIMOINE (ARTGP)  und GMT Editions. Die Visualisierungsexperten von ARTGP legten mit dem FARO Focus3D Laserscanner die Grundlage für das erfolgreiche Projekt. In kürzester Zeit nahmen sie auf dem Gelände mit dem mobilen Scanner alle geforderten Stationen, Orte und Details auf, aus denen das virtuelle 3D-Modell rekonstruiert wurde. Wissenschaftler und Historiker wurden eng in diese Arbeit einbezogen – zum einen gaben sie wertvolle Hinweise, wie sich die Anlage über die Jahrhunderte verändert hat. Auf der anderen Seite erhielten sie aus den Scandaten neue Erkenntnisse und konnten diese mit aktuellen Hypothesen abgleichen.

Das Scan-Ergebnis und die virtuelle Umsetzung fasziniert Laien und Profis: Mit Smartphone oder Tablets treten die Besucher auf dem Gelände eine spannende Reise durch vier Epochen zwischen dem 9. und 18. Jahrhundert an. In Text, Bewegtbild, 3D-Modellen und Ton erleben sie die wechselvolle Geschichte der Abtei als „Augmented Reality“. In dieser Kunst-Form der erweiterten Realität vermischen sich die virtuelle und reale Welt. Über die gerade betrachteten Objekte werden Informationen geblendet, hier zum Beispiel ein komplett rekonstruiertes Kirchenschiff oder der Kreuzgang. Man sieht quasi hinter die Kulissen und erhält ein Eindruck, wie das Bauwerk in seiner Blütezeit tatsächlich ausgesehen hat. Eine phänomenale Zeitreise.

Türöffner ist die Applikation „Jumièges 3D“, die es für Android und Apple-Geräte kostenfrei als Download gibt.

Sep
04
2015

Die unsichtbaren Seiten der Stadt Rom

Archäologen, Visualisierungs- und TV-Experten machen Dank 3D-Laserscannern von FARO verborgene Schätze in Rom sichtbar. Es entstand die faszinierende und sehenswerte BBC Dokumentation

Rom, die „Ewige Stadt“, zieht die Menschen seit jeher in ihren Bann. 1.000 Jahre bildete sie das Herzstück der antiken Welt – und auch heute noch versetzt sie uns ins Staunen. Kostbarkeiten aus dem Untergrund werden jetzt für jedermann sichtbar. Mit dem Laserscanner FARO Focus3D X 330 wurden Raritäten ans Licht gebracht, die lange nur Forschern zugänglich waren.

Forum Romanum – dargestellt mit 10 Scans in voller Auflösung.

Forum Romanum – dargestellt mit 10 Scans in voller Auflösung.

Die Entdeckungsreise war für die Experten nicht einfach. Das Fernsehteam der BBC wurde angeführt von den Moderatoren Alexander Armstrong und Prof. Michael Scott, für die Visualisierung zeichnete sich ScanLAB Projects verantwortlich, einer der führenden britischen Anbieter für die Visualisierung von 3D-Scandaten für Film, Fernsehen und die Kreativbranche. Für die präzisen und detaillierten Aufnahmen setzten sie auf den Focus3D X 330. Die Expedition führte den Hochleistungsscanner durch die eiskalten, kristallklaren Wasser unterirdischer Aquädukte, die den Trevi-Brunnen speisen, weiter ging es durch 2.000 Jahre alte Abwasserkanäle unter dem Forum Romanum, die noch heute funktionieren bis hin zu verfallenen Katakomben. Der Zugang war oft schwierig. Beispielsweise mussten Kameramann und 3D Laserscanner 20 Meter tief in einen Schacht abgeseilt werden und arbeiteten sich durch finstere Tunnel voller Wasser zu neuen Fundstücken vor.

Mithras Tempel (links) und Tempel des Göttlichen Claudius (rechts) dargestellt in der Gesamtansicht.

Mithras Tempel (oben) und Tempel des Göttlichen Claudius (unten) dargestellt in der Gesamtansicht.

In nur sieben Tagen erfasste ScanLAB Projects sieben zentrale Standorte – über- und unterirdisch: Aventin-Hügel, Tempel des Göttlichen Claudius, Romanisches Forum, Mithras-Tempel, Katakomben, Pantheon und Aquädukt Aqua Virgo. Gescannt wurde in verschieden hohen Auflösungen, zum Teil mit natürlichen Referenzpunkten zum Teil mithilfe von 145 mm Kugeln und Papierreflektoren. Alle Standorte wurden mit der FARO Software Scene 5.2 ausgerichtet und weiterverarbeitet.

Temple of Divine Claudius_ScanLABOhne den Focus3D wäre das Projekt wohl gescheitert, da in kürzester Zeit große Datenmengen auch in großer Entfernung aufgenommen werden mussten. Diese Daten wurden mit physischem Filmmaterial und räumlich generierten Computergrafiken zu einem einzigartigen Filmerlebnis verknüpft. Angefangen von einer Art Röntgenblick durch Mauern und Fundamente bis hin zu spektakulären Friesen und farbenprächtigen Fresken, die die Geschichte Roms um ein weiteres Kapitel fortschreiben.

Einen ersten Eindruck vermittelt dieser Kurzfilm

Zur Langfassung

Aug
06
2015

Eine Reise in die Vergangenheit

Kreative Ideen gepaart mit Ingenieurswissen und moderner 3D Lasertechnik von FARO: eine gute Kombination für komplexe Projekte. Deshalb war der Focus3D X 330 genau der richtige Partner um eine Reise in die Geschehnisse des zweiten Weltkriegs möglich zu machen.

Bunker_DDay_ScanLab

Bunker_DDay_ScanLab/FARO

Rund 70 Jahre liegt er zurück, der Tag, der in die Neuere Geschichte einging: Mit der Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie wurde das Ende des 2. Weltkrieges eingeläutet. Geschichtsexperten und Lasertechniker haben nun mit der beeindruckenden Dokumentation „DDay 360“ einen völlig neuen Blick mitten in das historische Geschehen realisiert.

Mithilfe des Laserscanners Focus3D X 330 und der Software Scene 5.1.6 von FARO konnten die umfangreichen und komplexen Scanarbeiten in der Normandie in kurzer Zeit ausgeführt und bearbeitet werden. Angestoßen wurde dieses Projekt von dem Londoner Visualisierungsunternehmen ScanLab Projects . Die szenische Umsetzung übernahmen die Windfall Films. Das Ergebnis der aufwändigen Arbeit: Eine Dokumentation in 360-Grad-Perspektive, die die Geschehnisse auf dem Schlachtfeld hautnah erlebbar macht. Fast so als wäre man selbst dabei – Gänsehaut garantiert.

Die Bilder wurden in kürzester Zeit aufgenommen. Nur drei Tage waren die Experten in der Normandie unterwegs und scannten die verschiedenen Orte. Dabei erwies sich der mobile Scanner bei Einsätzen über und unter Tage, beispielsweise beim Einscannen eines Küstenabschnitts oder in einem Bunker, durch seine Flexibilität als zuverlässiger Partner.

Geschichte lässt sich jetzt ganz anders und aus einer vollkommen neuen Perspektive erleben.

Zu den Videos:

Kurzinformation 

Ausführliche Dokumentation

 

Und ab 8. August in der Mediathek.

 



Der Laserscanner Blog

Alles rund um Laserscanning, 3D-Dokumentation und 3D-Messtechnik für Architekten und Bauingenieure

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