Jun
30
2015

Tödliche Gefahr auf der Landstraße

In Großbritannien passieren 60 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle auf Landstraßen. Das soll sich ändern – ein Animationsfilm mit Daten aus dem 3D Laserscanner setzt auf Aufklärung.

Eine der Landstraßen, die mit dem FARO Focus3D X 330 für die Sicherheitskampagne des Britischen Verkehrsministeriums aufgenommen wurden.

Eine der Landstraßen, die mit dem FARO Focus3D X 330 für die Sicherheitskampagne des Britischen Verkehrsministeriums aufgenommen wurden.

Stellen Sie sich vor, Sie haben freie Fahrt auf der Landstraße. Sie beschleunigen und plötzlich kommt Ihnen in einer scharfen Linkskurve ein Traktor entgegen. Das Ausweichmanöver scheitert. Der Zusammenprall endet für einen der beiden Unfallgegner tödlich. Trauriger Alltag auf den Straßen in Großbritannien. Das soll nun anders werden: „Think!“ überschreibt das britische Verkehrsministerium eine breit angelegte Sicherheitskampagne unter dem Motto: Bremsen Sie vor – und nicht in der Kurve.

Ein Animationsfilm zeigt, was den Autofahrern üblicherweise verborgen bleibt: Ein Blick durch die Kurve, ehe es zum fatalen Zusammenstoß kommt. Inszeniert und bearbeitet wurden die Daten von ScanLAB Projects. Das Londoner 3D-Scan- und Visualisierungsunternehmen setzte bei dieser Aufgabe auf die Hochleistungsscanner von FARO. Aufgenommen wurden die wirklichkeitsnahen Bilder mit dem Laser Scanner Focus3D X 330. Dieses Gerät empfiehlt sich besonders für Außenaufnahmen und Reichweiten bis zu 330 Metern. Unter den Händen der Experten entstand ein erschreckend realitätsnaher Film, der einen exemplarischen Unfallhergang zeigt: 40 Sekunden Gänsehaut.

Was im Film locker inszeniert wirkt, ist das Ergebnis akribischer Vorbereitung. 30 Standorte prüften die Experten, ehe sie die geeigneten Landstriche für die schicksalhafte Fahrt zusammen hatten. Dabei zeigte der Focus3D X 330 seine ganze Stärke, sowohl bei der Aufnahme von weiten Landschaften als auch bei den Details, beispielsweise im Innern eines VW Golf oder Pubs.

Ausrichtung der Scans, um den Unfallwagen aufzunehmen.

Ausrichtung der Scans, um den Unfallwagen aufzunehmen.

Die Scandaten wurden in FARO Scene 5.2.5. vorbereitet und in Bentley Pointools v8i weiter verarbeitet. Die finalen Renderings übernahm „The Mill“, London. Weitere Projektbeteiligte, die zum Gelingen des Aufklärungsvideos unter der Federführung von ScanLAB Projects beitrugen, sind die Kreativagentur AMV und die Produktionsgesellschaft „We Folk“.

 

 

 

 

Dez
21
2012

MIT entwickelt Laserscannerweste für Katastrophenhilfe

Sie suchen noch ein Weihnachtsgeschenk für Ihren laserscannerbegeisterten Bekannten? Dann hat das Massachusetts Institute of Technology vielleicht das Richtige für Sie. Die US-Hochschule in der Nähe von Boston hat eine Weste mit integriertem Laserscanner entwickelt.

MIT entwickelte automatisierte, tragbare Laserscannerweste

In diesem Jahr landet die Weste wohl noch nicht unter den Weihnachtsbäumen. Bislang existiert nur ein Prototyp. Forschungseinrichtugnen der US-Luftwaffe und -Marine gaben die Weste in Auftrag. Sie soll in Katastrophengebieten zum Einsatz kommen. Der Träger kann seiner Arbeit nachgehen, während der eingebaute Laserscanner die Umgebung vermisst.

Maurice Fallon vom MIT ist der wissenschaftliche Entwicklungsleiter. Ziel sei es „entscheidende, aber häufig schwierige oder gefährliche Vorgänge in der Katastrophenhilfe zu automatisieren“. So bestehen Lageanalysen bislang häufig nur aus den Augenzeugenberichten der Helfer. Die Weste ermöglicht es, sogar in voller Sicherheitsmontur eine detaillierte 3D-Dokumentation der Umgebung zu erstellen. Erste Ergebnisse zeigten, dass das Gerät präzise enge Gänge erfasst.

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Aug
09
2012

Bergung der Costa Concordia geht in die nächste Runde

Im Januar sorgte das havarierte Kreuzfahrtschiff Costa Condordia für Schlagzeilen. Damals untersuchten wir, wie der Einsatz eines Laserscanners theoretisch die Bergungsarbeiten unterstützen könnte. Mittlerweile ist die erste Phase abgeschlossen: Der Treibstoff konnte erfolgreich abgepumpt werden. Zum Einsatz kam u.a. die Laserscanner Technologie.

Havarierte Costa Concordia bedroht gesamte Küstenregion

Ein kurzer Rückblick: Die Costa Concordia kollidierte am 13. Januar mit einem Felsen vor der toskanischen Insel Giglio. Das Schiff flutete, kenterte und liegt seitdem halb versunken im Wasser. Bei dem Unglück kamen 32 Menschen ums Leben. Der Kapitän muss sich vor Gericht verantworten. Das Schiff war für einen so küstennahen Kurs nicht geeignet. Doch mit der Evakuierung der Passagiere allein war nicht alle Gefahr gebannt. In den Tanks lagerten noch knapp 2.400 Kubikmeter Treibstoff, überwiegend giftiges Schweröl. Ein Leck, ein Auslaufen des Öls hätte eine Katastrophe für die gesamte Küstenregion bedeutet.

Laserscanning-Experten unterstützen Bergungscrew

Oberste Priorität hatte daher das Abpumpen des Treibstoffs. Zu Beginn der Arbeiten beschrieben wir, wie  3D-Dokumentation dabei helfen könnte. In der Tat wurden Spezialisten im Laserscanning zu den Bergungsarbeiten hinzugezogen. Marco Bacchiochi von Codevintec berichtete kürzlich auf einem Laserscanning User Meeting, von seinen Arbeiten an der Costa Concordia. Den Erstkontakt stellte die italienische Feuerwehr her: Als erste vor Ort, wollten sie wissen, auf welchem Grund das Schiff lag. Eine ruhige Lage war für die Rettungsarbeiten unerlässlich.

Erste Dokumentationsergebnisse innerhalb weniger Stunden

Codevintec rückte für die Arbeiten mit einem Fächerecholot, einem Höhen- und Positionsmesser und einem Laserscanner an. Die Geräte wurden an Bord des Feuerwehr-Rettungsschiffs „Nereide“ installiert. Nach einer Kalibrierungsphase begann der Scanvorgang um 10 Uhr morgens. Bereits um 15 Uhr lagen dem Bergungsteam die ersten Ergebnisse vor. Das zeigt, mit welcher Geschwindigkeit Laserscanning in Krisensituationen die Rettungsaktionen unterstützen kann. Jedoch verliefen die Arbeiten nicht gänzlich ohne Probleme. [weiterlesen …]

Jan
26
2012

Laserscanner bei Bergung der Costa Concordia im Einsatz

Gut zwei Wochen nach der unglaublichen Katastrophe des havarierte Kreuzfahrtschiff Concordia vor der italienischen Küste, wird nun mit der Bergung des Schiffes begonnen. Die an Bord befindlichen Treibstoffe gefährden die umgebene Natur. Doch das Abpumpen des Sprits dauert mehrere Wochen. Die Bergungscrew setzt nun auf Laserscanner, um Position und Lage der Concordia während den Arbeiten zu kontrollieren.

Bergung der havarierten Concordia beginnt

Auf der Fahrt durch das westliche Mittelmeer passierte die Concordia am Abend des 13. Januars die Insel Giglio. Doch die Größe des Schiffes war nicht für den eingeschlagenen Kurs in Küstennähe geeignet: Die Concordia lief auf Grund, rammte gegen 21:45 Uhr einen Felsen. Über die Backbordseite des Schiffs zieht sich ein knapp 70 Meter langer Riss. Kurz nach der Kollision fluteten mehrere Abteilungen, das Schiff kenterte und legte sich auf eine Seite. Nun, fast zwei Wochen nach dem Unglück, liegt die Concordia unverändert an Ort und Stelle. Für die Bergungsarbeiten ist das unerlässlich.

Laserscanner überwachen Lage und Position der Concordia

Bereits für die Arbeit der Rettungsmannschaften war eine stabile Lage des Schiffs überlebenswichtig. Doch erste Bewegungen des Schiffkörpers, die auf ein Absacken der Concordia hindeuten, wären kaum mit bloßem Auge sichtbar gewesen. Auf den Anhöhen der nahegelegenen Insel positionierte Laserscanner erfassen die havarierte Concordia. Die Laserscanner vermessen innerhalb weniger Minuten das Wrack. Die vielen Millionen einzelnen Messungen der Laserscanner ergeben eine Punktwolke, aus der eine entsprechende Software in Echtzeit ein 3D-Modell generiert. Wird dieser Prozess des Reverse Engineerings, also die Digitalisierung eines realen Objekts, in regelmäßigen Abständen wiederholt, können die Messergebnisse gegeneinander abgeglichen werden. So lassen sich auch kleinste Veränderungen der Lage der Concordia frühzeitig erkennen.

Die havarierte Concordia, gut zu erkennen: Der 70 Meter lange Riss auf der Backbordseite*
Die havarierte Concordia, gut zu erkennen: Der 70 Meter lange Riss auf der Backbordseite*

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