Apr
15
2016

Neues Leben in der Plattenbau-Ruine

inobatec GmbH/FARO

Plattenbau Halle-Neustadt. Foto: inobatec GmbH/FARO

 

Der Hochhausscheibe C in Halle-Neustadt drohte der Verfall, doch jetzt wird in die Sanierung und in neue Wohnungen investiert. Die Grundlage schafft ein digitales Modell der Plattenbau-Ruine. In nur vier Wochen wurden 22 Geschosse digital erfasst.

Die Plattenbau-Siedlung in Halle-Neustadt war in den 60er Jahren die sozialistische Vorzeigestadt. Daher auch die Abkürzung „Ha-Neu“, die an das kommunistische Hanoi in Vietnam erinnern sollte. Eine Schlafstadt für tausende Chemiearbeiter der Buna- und Leuna-Werke. Der Zahn der Zeit hat jedoch Spuren hinterlassen. Einige der Hochhäuser stehen vor dem Verfall. Nun soll neues Leben entstehen: Ein Investor plant altersgerechte und barrierefreie Wohnungen.

Aktuell deutet noch wenig auf die vielversprechenden Pläne hin. Das marode Gebäude ist mit Schutznetzen abgehängt, damit kein Glas auf den Asphalt fällt. Aber im Innern haben bereits die ersten Schritte in Richtung Sanierung begonnen. Um zügig präzise Daten für die Sanierung zu erhalten, beauftragte der Investor die inobatec GmbH mit der digitalen Bestandsaufnahme. Das Unternehmen ist auf Vermessung und CAD spezialisiert und setzte für die anspruchsvolle Aufgabe auf den Laserscanner FARO Focus3D. In nur vier Wochen konnten die 22 Stockwerke der Ruine mit den Scannern genauestens erfasst werden – trotz schwer zugänglicher Räume und auch ohne Festnetz-Strom. Ein großer Pluspunkt war die hohe Mobilität der FARO Laserscanner, die beispielsweise auch bei schlechten Lichtverhältnissen präzise Aufnahmen generieren. Als Kooperationspartner für das Vermessungsnetz wurde außerdem NewGeo aus Weißenfels engagiert.

Sämtliche Daten wurden dann in eine Punktewolke übertragen, die genauen Aufschluss über den Zustand der Bausubstanz gibt. Außerdem ist das Modell eine wichtige Grundlage für die weitere Umbaumaßnahme, denn die Planung des neuen Wohnraumes soll komplett am Rechner erfolgen. Das sogenannte BIM, Building Information Modeling, ist in den USA, Asien und auch im europäischen Ausland ein häufig verwendeter Ansatz, findet aber auch in Deutschland immer mehr Zuspruch. Die Vorteile liegen auf der Hand: Planungssicherheit, präzise Datengrundlage, schnelle und genaue Erfassung und ein fließender Datenaustausch zwischen den Projektbeteiligten aus Architekten, Ingenieuren, Technikern und Bauherrn. Bei guter Vorbereitung enthält das BIM-Modell alle Informationen zum aktuellen Planungsstand und eventuelle Kollisionsprobleme werden lange vor der Baustelle erkannt. Dies spart jede Menge Zeit – und am Ende auch Geld.

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