Mai
28
2014

Maßanzug im Treppenhaus

Bis ein Maßanzug sitzt, sind viele Anproben notwendig. Aber es geht auch einfacher – beispielsweise mit einer individuell angepassten Treppe. Selbst in verwinkelte Altbauten lässt sich eine neue Treppe mit überschaubarem Aufwand einbauen.

Cochard

Wer Baumaßnahmen im Bestand plant, sollte auf Überraschungen gefasst sein. Wände sind mitunter windschief und beugen sich unter der Last der Jahre. Schalter und Steckdosen sitzen an unkonventionellen Orten und tragende Balken finden sich an außergewöhnlichen Stellen. Dies macht die Arbeiten für Architekten, Planer und Handwerker häufig unberechenbar und aufwändig. Eine zuverlässige Lösung bietet die Vermessung mit einem 3D Laserscanner.

 

Details in Sekundenschnelle erfassen

Während ein exaktes Maß in Neubauten relativ einfach zu nehmen ist, muss man im Altbau deutlich mehr Zeit investieren. Teilweise fallen mehrere Tage an, um wirklich jedes Detail zu erfassen. Diese Erfahrung machte beispielsweise Jean-Michel Cochard, der seit über 25 Jahren mit seinem Unternehmen „Escaliers Cochard“ im Treppenbau zuhause ist. Lange Zeit nahm er Maß mit Laserentfernungsmessern und Trigonometrieformeln, doch dann reizte ihn die neue Kompaktklasse der Laserscanner, die FARO mit dem Focus3D auf dem Markt anbietet.

Cochard investierte in die neue Technik und war sofort begeistert. Klare Vorzüge sind

  • die kurze Einarbeitung und Nutzerfreundlichkeit
  • die deutliche Zeitersparnis bei der Vermessung: Statt mehreren Tagen sind die Handwerker nur wenige Stunden vor Ort
  • die Detailtiefe der Daten: Selbst kleine Haken und Vorsprünge werden exakt erfasst, ein aufwändiges Nachmessen entfällt
  • die maßgefertigten Treppen sind problemlos einzubauen; nachträgliche Änderungen sind auf ein Minimum begrenzt

Die Investition in den 3D Laserscanner amortisierte sich für das Unternehmen bereits nach einiger Zeit. Zu Beginn Cochardhatten noch Zweifel bestanden, ob ein KMU mit 15 Beschäftigen das Instrument ausreichend nutzen könnte – doch mittlerweile ist der Laserscanner quasi  täglich im Einsatz.

Mai
22
2014

Historische Kirche soll wieder leuchten

An sich ist die 255-Seelen-Gemeinde Hampigny ein Dorf wie viele in der Region Champagne-Ardenne. Wäre da nicht die historische Kirche Saint-Nicolas aus dem 13. Jahrhundert mit einem Tabernakel von François Joseph Valtat aus dem 19. Jahrhundert. Nun soll das französische Denkmal  aufwändig restauriert und konserviert werden.

Eglise_de_Hampigny

2D-Aufnahme und orthorektifizierte Aufnahme aus der 3D-Punktewolke

Die Tücke steckt beim Umgang mit historischer Bausubstanz im Detail: Gebäude sind häufig in mehreren Etappen erbaut worden, sie bestehen aus ganz unterschiedlichen Materialen, sind verschachtelt und haben im Laufe der Jahre einen Alterungsprozess durchlaufen. Zudem reagiert der alte Bestand häufig empfindlich auf Licht und Berührungen.

Die exakte Vermessung gestaltet sich dadurch schwierig und besonders aufwändig. Im Fall von Saint-Nicolas setzten die Profis von International Partner Büro IPB/ Rumänien auf moderne Technologien: Sie entschieden sich für eine Erfassung mit 3D Lasertechnologie und nutzten dafür den Laserscanner FARO Focus3D.

Gebälkstruktur des Daches

Gebälkstruktur des Daches

 

Nur vier Wochen waren Dipl.-Ing. Marian Radoi und sein Team vor Ort – mit beachtlichen Ergebnissen. Sie lieferten exakte Pläne und Schnitte, unter anderem:

  • 2D-Aufnahmen,
  • Orthorektifizierte Aufnahmen,
  • 3D-Aufnahmen und
  • Visualisierungen.

Auf Grundlage der 3D Laserscans wurden maßstabsgetreue Daten gewonnen, die mit sämtlichen CAD-Programmen kompatibel sind und in alle gängigen Formate exportiert werden können. Das Ergebnis spiegelt sämtliche architektonischen Elemente, die Ausprägung der Öffnungen und es gibt Aufschluss über das Volumen des Gebäudes oder die Gebälkstruktur. Zudem lassen sich mit den Daten die Abstände, Flächen und Entfernungen exakt vermessen – eine wertvolle Basis für die weiteren Restaurierungsarbeiten der Statiker und Ingenieure. Als willkommene Zugabe lassen sich die Daten auch für Visualisierungen und spätere Präsentationen nutzen.   

Abbildungen: IPB/FARO

 

 

Mai
15
2014

Feuertaufe bestanden

Mobile Mapping ist heute ein beliebtes und präzises Verfahren für die 3D-Dokumentation etwa von ganzen Straßenzügen oder komplexen Gebäuden. Den Weg zum guten Messsystem Marke Eigenbau, zeigt dieser Beitrag.

Mobile Mapping

Mobile Mapping, Marke Eigenbau

Für ein gutes Mobile Mapping System müssen Unternehmen gut und gerne einen siebenstelligen Betrag in die Hand nehmen. Wer jedoch bereits einen FARO Laser Scanner Focus3D  besitzt, dem stehen eine ganze Reihe von Möglichkeiten offen. Tobias Möhlihs, Werkstudent bei FARO Europe, entwickelte ein Mobile Mapping System nach dem Do-it-yourself-Prinzip.

Der Clou an der Konstruktion: Der Laserscanner wird temporär auf einer Plattform montiert und kann später mühelos wieder für andere Anwendungen genutzt werden. Für eine möglichst effiziente Messung entschied sich der Tüftler für folgende Komponenten:

 

  • FARO Laser Scanner Focus3D
  • FARO helical adapter
  • FARO Zero Point Clamp (ZPC, optional)
  • FARO Helical App (FARO 3D App Center)
  • Applanix AP15 INS (Inertiales Navigationssystem), welches die Position und Orientierung des Gesamtsystems bestimmt.

Die Komponenten montierte Tobias Möhlihs auf einer Plattform, die später mit Universaldachträgern auf einem Auto befestigt wurde. Bevor es aber tatsächlich auf die Straße gehen konnte, musste unter anderem der FARO Laser Scanner mit dem INS-System synchronisiert und die Teile miteinander vernetzt werden.

Beim Scannen in Bewegung zeigte sich, dass die Dichte der Punktewolke nicht nur von den Voreinstellungen, sondern auch von der Fahrgeschwindigkeit abhängt. Die Daten verarbeitete Möhlihs anschließend mit  FARO Scene weiter. Besonderes Augenmerk galt dabei der Kalibrierung. Für optimale Messergebnisse entschied er sich im Test, die Umgebung aus zwei verschiedenen Richtungen abzufahren. Die Scans wurden danach nicht über die gesamte Punktewolke, sondern entlang von Referenzpunkten registriert. Dies lieferte am Ende erstaunliche Ergebnisse. Der FARO Laser Scanner Focus3D    zumindest hat seine Feuerprobe als wesentlicher Bestandteil eines effizienten Mobile-Mapping-Systems mit Bravour gemeistert.

Unsere Abbildungen zeigen die Ergebnisse eines gescannten Stadtteils und verschiedener Straßenzüge in der Punktewolke.  Fotos: Tobias Möhlihs/ FARO

 

 

Mai
08
2014

Der andere Blick auf und unter die Oberfläche

Tankardstown 1Bilder von atemberaubender Schönheit und Präzision lieferte die Vermessung des Tankardstown-Bergwerks in Irland. Mit moderner 3D Lasertechnik wurde das Gelände der früheren Kupfermine detailgetreu erfasst und steht nun Besuchern bei einer Panoramatour offen.

Faszinierend real wirkt der virtuelle Spaziergang durch den Untergrund des stillgelegten Tankardstown-Bergwerks. Die Besucher können bei der 3D Tour ihren eigenen Weg bestimmen und sich Details der Mine genau betrachten – über und unter Tage. Bis in die 1870er Jahre wurde in der Mine entlang der irischen Küstenlinie Kupfer abgebaut. Die Grube gehört zum Copper Coast Geopark und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Der Verfall des Kulturerbes ist wohl über die Jahrhunderte nicht aufzuhalten, aber es soll zumindest virtuell erhalten bleiben.

Die präzisen Daten erfassten die Experten von Geospatial Survey Solutions und Deri Jones & Associated Ltd. . Sie setzten bei der Vermessung auf einen Methodenmix aus:

  • (Panorama-)Fotografie
  • Grubenbilder des Geoparks
  • 3D Scans

Die gesamten Daten flossen in einer Totalstation zusammen. Insgesamt waren die Experten einen Tag an der Oberfläche und drei Tage im Untergrund mit Scan- und Fotografierarbeiten unterwegs. Unter den erschwerten Bedingungen – teilweise waren die Gänge eng, matschig oder unter Wasser – bewährte sich der mobile Laserscanner FARO Focus3D, der selbst komplexe Strukturen genau erfasste. Die Scans des Focus3D wurden mit Hilfe von Kugelreflektoren auf den Polygonzug der Totalstation referenziert. Letztere war über RTK GPS, also über Real Time Kinematic, in das Raster der irischen Landvermessung eingebunden und lieferte präzise Positionskoordinate. Auf Basis dieser Daten gelang es, ein vollständiges 3D-Abbild des Tankardstown-Bergwerks zu schaffen.Tankardstown 2

Das Labyrinth der Mine aus Tunneln und Schächten erstreckt sich insgesamt über 12,5 Kilometer. Rund 500 Meter davon waren bisher nur noch für erfahrene Experten zugänglich. Jetzt steht auch Laien und sogar Menschen mit Platzangst der Weg in die packende Bergwerk-Welt offen.

 

 



Der Laserscanner Blog

Alles rund um Laserscanning, 3D-Dokumentation und 3D-Messtechnik für Architekten und Bauingenieure

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