Okt
05
2012

Weltkulturerbe aus Stein gehauen und in 3D dokumentiert

Lalibela ist ein kleines Dorf im Norden Äthiopiens. Keine 15.000 Seelen zählt die Gemeinde. Und doch gilt die Ortschaft als „Neu-Jerusalem“, ist Pilgerort für viele Christen. Lalibela ist weltberühmt für seine Felsenkirchen. Die Bauten sind Weltkulturerbe der UNESCO. Nun wurden sie erstmals seit den 60er-Jahren vermessen, per Laserscanner.

Himmelsstadt in Gottes Auftrag

Geteiltes „Neu-Jerusalem“

Die Felsenkirchen gehen wohl auf König Lalibela zurück. Er sah es als Auftrag Gottes zehn monolithische Kirchen zu erbauen. Im Plan der Anlage wird auch der Bezug zu Jerusalem deutlich: Zwar sind die Kirchen durch unterirdische Tunnel miteinander verbunden. Aber ein Fluss, von den Einheimischen Jordan genannt, fließt quer durch die Anlage und trennt die Bauten voneinander. Die Kirchen auf der einen Seite repräsentieren das irdische Jerusalem. Die auf der anderen das jenseitige, biblische Jerusalem, Stadt der Juwelen und goldgepflasterten Straßen.

Gotteshäuser aus Basaltlava gehauen

Fernab religiöser Bedeutung und Deutung sind die Kirchen als Bauwerke beeindruckend. Insgesamt sind 13 monolithische Kirchen erhalten. Die Größten messen bis zu 800m2 und erreichen eine Höhe von bis zu zehn Metern. Die Bauten gehören zu den gewaltigsten jemals von Menschen aus Stein gehauenen Strukturen der Welt. Um so eindrucksvoller bedenkt man, dass sie bereits im 12. und 13. Jahrhundert gebaut wurden. Und auch heute, knapp 800 Jahre später, werden sie noch im ursprünglichen Sinne genutzt, dienen der christlichen Gemeinde als Gotteshäuser.

Weltkulturerbe wird in 3D-Dokumentation erfasst

In den 1960er-Jahren vermaßen und dokumentierten italienische Fachleute die Stätte, führten Stabilisierungsarbeiten durch. Erst der Status des Weltkulturerbes rückte die Felsenkirchen knapp 50 Jahre später wieder auf die Agenda. Der World Monuments Fund arbeitet nun mit Experten der Universität Kapstadts an einer umfassenden 3D-Dokumentation der Stätte.

3D-Dokumentation soll zu langfristigem Erhalt führen

Wissenschaftliches Ziel ist ein besseres Verständnis von Layout und Bauweise der Kirchen zu gewinnen. Außerdem sollen die Ergebnisse Grundlage für einen Plan zum langfristigen Management und Erhalt der Anlage sein. Diese Aufgaben sollen lokalen Arbeitern übertragen werden. Alle Kirchen wurden bereits per Laserscanner erfasst und photogrammetrisch dokumentiert. Außerdem zeichneten die Wissenschaftler das gesamte Gebiet geoarchäologisch auf. Struktur- und Umweltüberwachung sollen Aufschluss über ökologische Veränderungen, und deren Auswirkungen auf die Bauwerke geben.

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