Straßenvermessung: Der Sektor mit dem größten Potenzial für den Einsatz der Laserscanner-Technologie ist die Inspektion und Baubestandsdokumentation von Straßeninfrastrukturen und insbesondere von Brücken.
Das Mobile-Mapping-System Road-Scanner3 von Siteco, das mit drei FARO Laser Scannern Focus3D ausgerüstet ist, wurde bei einem von der Provinz Neapel in Auftrag gegebenen Projekt zur Vermessung von 37 Brücken eingesetzt, wobei beeindruckende Ergebnisse innerhalb eines Zeitraums erzielt wurden, der mit herkömmlichen Messungen undenkbar gewesen wäre. Die bei diesem Projekt eingesetzte Methode sah sowohl Bewegungsscans als auch statische Scans vor. Der FARO Focus3D eignet sich für beide Anwendungen und konnte so optimal genutzt werden.

3D-Dokumentation von Straßeninfrastruktur
Mit den drei im neuen Mobile-Mapping-System (MMS) von Siteco installierten FARO Laserscannern lassen sich dreidimensionale Laserscanner- Messungen auch während der Fahrt durchführen. Road-Scanner3 eignen sich daher besonders gut zum Scannen von Straßeninfrastrukturen wie Brücken und Viadukten, da sich die Arbeiten ohne Unterbrechung des Verkehrs ausführen lassen.
Die Vermessung der äußeren Wölbflächen der Brücken wurde beim Überfahren derselben bei normaler Betriebsgeschwindigkeit mit einem Fahrzeug vorgenommen, auf dem das Mobile-Mapping-System installiert ist. Dies bietet deutliche Vorteile in Hinblick auf die Geschwindigkeit und Vollständigkeit der Messungen. Ebenfalls wurden die inneren Wölbflächen der Brücken beim Scan während der Fahrt vermessen. Bei komplexen Eisenbahnbauwerken oder an Wasserläufen war es dagegen erforderlich, die Scans im Stop & Go-Modus mit Standorterkennung zu erfassen.
3 Millionen Messpunkte pro Sekunde
Dank der drei FARO Laser Scanner Focus3D kann das Road-Scanner3-System bei einer Spiegelrotationsgeschwindigkeit von 100 Hz nahezu 3 Millionen Punkte pro Sekunde erfassen. Unter Berücksichtigung der Erfassungsgeschwindigkeit, die zwischen 30 und 40 km/h liegt, ist die erzielbare Punktdichte mit der eines statischen Scans vergleichbar. Dies bietet den zusätzlichen Vorteil, dass Schattenbereiche oder Bereiche mit eingeschränkter Abdeckung aufgrund von geringem Einfallsradius oder zu großer Entfernung wegfallen. Road-Scanner3 besitzt eine Trägheitsplattform und einen GPS-Empfänger zur Erfassung von Position und Lage bei einer Frequenz von 1000 Hz.
Dadurch war eine direkte Georeferenzierung der Punktewolken möglich. Auf diese Weise waren die Punktewolken auch bei Durchführung mehrerer Durchgängen bereits topografisch mit den Bauwerken übereinstimmend. Jedem Durchgang wurden die entsprechenden, mit sieben hochauflösenden Kameras erstellten Filme und die Punktewolken zugeordnet. Diese Filme können mit den in der Road-SIT Suite von Siteco enthaltenen Software- Programmen angesehen werden, die auch die geografische Abfrage der Bilder unterstützen. Die erste Bearbeitung der Punktewolken bestand darin, die Punkte außerhalb der Bauwerke, beispielsweise Pflanzen, zu entfernen. Die Bearbeitung wurde mit SCENE, der FARO Software für die Bearbeitung von Scandaten, vorgenommen. Nach dem Erstellen der sauberen Punktewolken konnten diese zusammengefügt werden, um die Bauwerke als Ganzes zu rekonstruieren.
Nach Abschluss der Punktewolkenbearbeitung wurden die technischen Zeichnungen der Bauwerke, einschließlich aller Elemente wie beispielsweise Schnitte, Perspektiven und Profile, angefertigt. Die ausgearbeiteten Schlussdokumente umfassen außerdem eine vollständige Kartierung der wichtigsten, an den Bauwerken (Trägern, Stützen, Bohlenbelägen, Auflagen usw.) festgestellten, nach Art und Wichtigkeit eingeordneten Mängel. Die auf diese Weise gebildete Datenbank wurde dem Auftraggeber ausgehändigt. Road-Scanner3 wurde bereits bei anderen topografischen Hochpräzisionsmessungsanwendungen erfolgreich eingesetzt. Die Funktionen zur Bearbeitung der Punktewolken und Kalibrierung mittels Control Point ermöglichen es, äußerst präzise Messungen in einem Zeitraum vorzunehmen, der mit der statischen Methode nicht möglich wäre.


