Die Lunarsonde (LRO) kartiert die Mondoberfläche in beispielloser Detailtiefe. Dazu umkreist sie seit 2009 den Mond. Zur Ausrüstung gehört auch ein Laserscanner. Dessen neueste Daten zeigen Eis an der Oberfläche eines Kraters.

- Eingefärbte Elevation links, Relief rechts
Der Krater liegt am Südpol des Mondes. Seinen Namen entleiht er Ernest Shackelton. Der Brite war in den 1920er-Jahren einer der ersten Antarktik-Erkunder. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Krater durch einen Meteoriteneinschlag entstand. Der Shackelton-Krater wird als ein möglicher Ort für eine Mondstation gehandelt. Am Kraterrand finden sich Berge des ewigen Lichts. Diese nahezu dauerhaft im Sonnenlicht liegenden Erhöhungen sind in unserem Sonnensystem extrem selten. Für eine extraterrestische, planetare Raumstation haben sie einen großen Vorteil: Solarpanele können hier nahezu konstant Strom liefern.
Laserscannerdaten zeigen: 22% der Krateroberfläche bestehen aus Eis
Ein weiterer Pluspunkt für eine Shackelton-Mondstation findet sich im Inneren des Krates. Denn das Zentrum liegt dauerhaft im Dunkeln. Hier herrschen konstant tiefe Temperaturen. Diese agieren als eine Art Kältefalle. Bei einem Kometeneinschlag auftretende flüchtige Elemente können gebunden werden. Eis lagert sich ab. Der darin enthaltende Wasserstoff ist auf der Mondoberfläche sehr selten. Die neuesten Daten des Laserscanners anbord des LRO zeigen, dass bis zu 22% der Krateroberfläche aus Eis besteht.
Laserscanner ermittelt Zusammensetzung der Oberfläche
Die Wissenschaftler dokumentierten zum einen die Höhe der Krateroberfläche. Hierzu wurde die Zeit gemessen, die der Lichtsstrahl des Laserscanners brauchte, um vom Entsenden über die Reflektion wieder zum LRO zurückzukehren. Aus Geschwindigkeit und Zeit des Lichtstrahls lässt sich die zurückgelegte Strecke ausrechnen. So entsteht ein Höhenprofil des Shackleton. Entscheidend für die Entdeckung des Eises war aber ein anderer Arbeitsschritt. Der Laserscanner misst ebenfalls das Albedo also das Rückstrahlvermögen der angesteuerten Punkte. Daraus ziehen die Wissenschaftler Rückschlüsse über die Zusammensetzung der Oberfläche. [weiter...]


