Jun
28
2011

Laserscanning im Tunnelbau

Oliver Schneider, Produkt Manager Tunnel bei Amberg Technologies AG, im Interview mit dem Laserscanner Blog:

>> Welche Eigenschaften sind für eine optimale Kombination Hardware/Software im Bereich Tunnelbau entscheidend?

OSch: Das Umfeld im Tunnelbau stellt sehr hohe Ansprüche an die Robustheit der eingesetzten Hardware und fordert eine einfache Bedienung der Software/Hardware. Häufig wird ein System durch Mineure bedient, d.h. die Software muss viele Prozessschritte automatisch abwickeln und Fehlmanipulationen weitestgehend verunmöglichen.

>> Was sind die wesentlichen Herausforderungen beim Scannen eines Tunnels mit einem Laserscanner?

OSch: Infolge des notwendigen Vortriebsstillstandes während dem Scannen wird ein Vermesser häufig als Hindernis im Tunnelvortrieb gesehen. Deshalb ist das Zeitfenster für die Durchführung eines Scans in einem Tunnelvortrieb sehr limitiert. Dazu kommen die atmosphärischen Bedingungen im Tunnel, welche häufig sehr warm resp. sehr kalt sind und dazu eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Zum Beispiel hatten wir im Januar bei einer Messung mit dem FARO Focus3D im Gotthard Basistunnel eine Temperatur von 38° Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 100% gemessen.

>> Wie verarbeitet die Software die Daten die von einem Laserscanner geliefert werden?

OSch: Die Daten werden direkt nach dem Scannen in einem externen Notebook abgespeichert und können unmittelbar verarbeitet werden. Damit ist eine erste Analyse der Daten bereits im Tunnel möglich. Diese direkte Auswertung ermöglicht ein rasches Handeln und kann somit unnötige Kosten für temporäre Sicherheitsmaßnahmen sparen.

>> Welche sind die zukünftigen Herausforderungen im Tunnelbau?

OSch: Der Kosten- und Zeitdruck in welchen sich Infrastrukturprojekte befinden stellen hohe Anforderungen an die Hilfsmittel, welche die Arbeitsabläufe für den Tunnelbauprozess optimieren. Auch beim modernen Tunnelbau wird neben den wirtschaftlichen Aspekten ein sehr großer Wert auf die Sicherheit gelegt. Die Laserscanning-Technologie hilft durch die schnelle und exakte Datenauswertung den Tunnelbau sicherer zu machen.

>> Warum haben Sie sich für eine Kooperation mit FARO entschieden?

OSch: Das zentrale Arbeitsgebiet von Amberg Technologies ist die Weiterverarbeitung resp. Veredelung von Scandaten für die Anwendungen im Tunnel- und Bahnbereich. Neben den bereits unterstützten Laserscanner Herstellern ist es uns sehr wichtig, auch Produkte des weltweit führenden Laserscanner Herstellers FARO zu unterstützen.

 

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