Mai
16
2011

Case Study: Vermessung der Penicuik House Ruine via Laserscanner

Drei Jahrhunderte prägte die Clerk Family das kulturelle Leben im Schottland der frühen Neuzeit. Das Penicuik House, ihr Anwesen in Midlothian, gilt als das schönste Beispiel für palladianische Architektur in Schottland. 1899 brannte es aus, seitdem ist es dem Verfall überlassen. Der Penicuik House Preservation Trust restauriert nun das Anwesen. Zum Vermessen des Gemäuers kam ein Laser Scanner zum Einsatz. Anhand des baufälligen Objektes wurde deutlich, welche Vorteile ein berührungsloses Messverfahren bietet.

Penicuik House in Midlothian wurde via Laserscanner vermessen

Penicuik House in Midlothian wurde via Laserscanner vermessen

Vermessungsteam unterstützt mit Laserscanner Restauration der Penicuik House Ruine

Penicuik, am Stadtrand von Edinburgh gelegen, war über drei Jahrhunderte Heimat der Industriellenfamilie Clerk. Von 1761 bis 1773 errichtete Sir James Clerk auf dem Familienanwesen das Penicuik House. Der Architekturliebhaber orientierte sich an der palladianischen Architektur. Der klassizistisch geprägte Baustil hat seinen Ursprung im Italien des 16. Jahrhunderts. 1857 wurde das Gebäude erweitert, wodurch sich die Grundfläche des ursprünglichen Gebäudes mehr als verdoppelte. Nach einem Feuer im Jahr 1899 verfiel das Gebäude. Die Natur eroberte die imposante Ruine. Der Verfall und fehlende Grundrisse stellten die Restauratoren vor eine Herausforderung. Der Preservation Trusts beauftragte das Team von Geospatial Survey Solutions und Deri Jones & Associates (GSS/DJA), das Gebäude zu vermessen. Die Vermessungsingenieure nutzten dafür im vergangenen Sommer u.a. einen Laserscanner der Marke FARO.

Laserscanner besticht unter schwierigen Bedingungen

Aufriss einer Fassade des Penicuik House

Aufriss einer Fassade des Penicuik House

Zur Restauration des Anwesens benötigen die Architekten akkurate und detaillierte Zeichnungen des bestehenden Objekts. Bei einem ersten Treffen mit den Architekten und dem Baustatiker wurde eine Reihe praktischer Probleme bei der Vermessung des Standorts deutlich. Das Gebäude war marode, Wände und Decken drohten einzustürzen. Bevor überhaupt jemand das Innere des Gebäudes betreten durfte, war eine detaillierte Überprüfung der Stabilität von Mauerwerk und Wänden von einer Hebebühne aus erforderlich. An ein Arbeiten mit herkömmlichen Vermessungsgeräten war hier nicht zu denken. Die innovative Laserscanner Technologie diente als Alternative. Dank der berührungslosen Vermessungsmöglichkeiten des Laserscanners vermieden die Ingenieure Kontakt mit dem maroden Baumaterial. Der Baustatiker sperrte aus Sicherheitsgründen einige Bereiche. Mit einer maximalen Reichweite von 250 Metern konnten diese mit dem Laserscanner trotzdem vermessen werden. Für die Erfassung des Innenbereichs musste der Laserscanner vorsichtig von einem Ort zum nächsten bewegt werden. Nasse, mit Moos überwachsene Bruchsteine sowie große Mengen an Laubwerk sorgten für schwierige Bedingungen für den Laserscanner.

Laserscanner Messdaten für Restauration unerlässlich

Das Team von GSS/DJA erstellte 50 Scans in acht Tagen. Zurück im Büro konnte das Team aus den Messdaten eine Reihe hochauflösender Orthophotos von allen Wänden des Gebäudes erstellen. Zudem fertigte das Team aus den Laserscanner Messdaten Planzeichnungen an. Für die großangelegte Restauration der Ruine sind sowohl die Bilder als auch die Zeichnungen unerlässlich. Das Projekt ist auf sechs Jahre ausgelegt. Der Penicuik Preservation Trust plant, das Gelände anschließend der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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